Kann mir dieses Jahr leider nicht grossartig aussuchen wann ich Urlaub habe.
So stand in der 2. Juli-Woche plötzlich Urlaub an. Na toll, mitten im Sommer, nicht gerade Garantie-Zeit für gute Wellen.  Die Vorhersage für Dänemark schwankte dementsprechend auch zwischen nichts und Naja.

Natürlich wurden alle Wellen-Optionen im Umkreis von 2000 km und alle Flugoptionen gecheckt, Frankreich z.B. versprach zwar relativ viel Swell, das ganze aber gepaart mit viel Onshore-Wind. Für die Hoffnung auf max 1-2 Tage cleane Wellen auch nicht unbedingt die beste Option bei den momentanen Spritpreisen. Blieb also der Plan zu Hause zu bleiben und auf lohnenswerte Swells in Dänemark zu hoffen. Im Laufe des Wochenendes kündigten die Vorheragen dann tatsächlich einen Swell für Montag an, der im Norden sogar von Offshore-Wind begleitet werden sollte.

Also wurden Sonntag, den 6.7. die Sachen gepackt und ab in den Norden. Morgens wurden wir von Regen geweckt, an unserem Spot zeigten sich zwar schon Wellen, die wurden aber bereits von Onshore-Wind begleitet. Also weiter in den Norden, überall aber nur ein ähnliches Bild angetroffen, schwabbelige Onshore-Wellen.

Letztendlich landen wir doch erstmal in Norre. Hier stimmt zwar der Wind, dafür ist der Ozean fast platt, nur im Underground zeigen sich vereinzelt kleine Sets. Wir chillen erstmal und hoffen auf Besserung. Eine Surfschule versucht sich in den kleinen Wellen. Wir schauen uns das treiben an und so gegen 17:00 sind wir auch im Wasser. Das neue Board von "S" macht nen guten Eindruck und sie bekommt auch gleich 'ne Welle damit. Für das kurze ist hier allerdings nicht viel zu holen. Kurz vor 7 sind wir wieder draussen.

Das kanns noch nicht gewesen sein, so gehts zum nächsten Spotcheck in der Hoffnung dass der Wind doch noch dreht. Hier ist zwar ordentlich Swell vorhanden, clean ist aber anders. Wir beschliessen och einen Parkplatz weiter zu fahren um uns dort erstmal ordentlich Pasta reinzupfeifen. Habe den Tag inziwschen doch beinahe abgeschrieben, da der Wind eigentlicch schon längst gedreht haben sollte.

Kurz vor 9 sind wir durch, der Wind hat inzwischen doch merklich nachgelassen und so nehmen wir nochmal den langen Fussweg zum Spotcheck auf uns. Am Spot gibts noch einen weiteren Parkplatz und der ist übberaschend gut gefüllt, lauter dänische Surfmobile und 2 Surfer sind hektisch auf dem Weg richtung Wasser. Ich werde auch hektischer. Und tatsächlich. Die Wellen drehen sehr sauber in die Bucht und brechen recht hohl nahe am Strand. Ein Peak in der Mitte der Bucht sieht am vielversprechendsten aus. Hier sitzen auch schon einige Dänen. Ein schön saugender Peak und dann eine schnelle hohle linke Schulter.

Schnell zurück zum Bus, nach ca 20 min bin ich umgezogen zurück am Wasser. Es scheint das inzwischen die gesamte dänische Surfcrew am Start ist, etwa 15-20 Leute verteilen sich auf den Spot. Surfe mich erstmal an einem etwas leereren Peak ein, die Wellen sind zwischen 1,5 und 2 m und haben verdammt viel Druck.

Taste mich langsam näher an den mittleren Peak. Die Stimmung im Wasser ist super, nur Gejohle und ein breites Grinsen auf den Gesichtern. Jedes Set, jeder Drop wird abgefeiert. Ich bekomme auch meinen guten Anteil an unglaublichen Lefts, unter anderem eine schön grosses Biest, das bis an den Strand eine steile kopfhohe Schulter zu bieten hat. Es macht auch einfach Spass beim Rauspaddeln in die Top-Bottom barrelnden Wellen zu schauen und die Jungs bei den steilen Drops zu beobachten. Auf einer weitern Linken mach ich mich ganz klein und sehe ein wenig Lippe rechts neben mir runterkommen, ein paar Sekunden später schiesse ich stoked aus der Welle. Gegen 23 Uhr ist das Licht langsam weg und ich krieche glücklich an den Strand. Das war mit Sicherheit eine der besten Sessions die ich je in Dänemark hatte.

Bin von der Session so stoked, dass ich erst spät in der Nacht Ruhe finde und es so leider nicht schaffe richtig früh für eine 2. Session aufzustehen. Als wir um kurz vor 9 die Wellen checken ist leider nicht mehr allzuviel vom Swell übrig, und auch der restliche Tag sollte ausser Dauerregen nicht mehr viel hergeben. Am Abend ist endgültig nichts mehr vom Swell zu sehen und so treten wir die Rückreise an.

Hab leider keine Bilder von der Session, aber auf diesem Bild von 2007 kann man ungefähr sehen, wie das ausgesehen hat, nur noch besser ;-) :
episode1_13