Das Dutzend ist voll.

12 Jahre fahren wir jetzt schon im Frühjahr nach Fuerteventura und es wird auch im diesem Jahr nicht das letzte Mal gewesen sein. Zuerst noch zu zweit Low-Budget ohne unseren Sohn.
In der Gegenwart wählen wir dann doch einen kleinen Appartmentkomplex  mit  All-Inklusive und genießen dies. Kein Einkaufen, kein Kochen und Abwasch. Einfach mehr Zeit und Freiheit, wenn man nicht wie die Masse der Pauschaltouristen nur in dieser Unterkunft verbringt.

Wer auf eine üppige Flora steht, der ist in Fuertes Norden fehl am Platze. Eine karge Landschaft und viel Lavagestein dominieren. Die finde ich, ebenfalls ihren Reiz hat.

Jedoch kommen wir auch nicht aus diesem Grund hierher. Sonnengarantie, angenehme Temperaturen (20-25°C), Meer und Wellen sind die Faktoren, die uns immer wieder auf die Insel reisen lassen. Außerdem ist der Trip dorthin von Amsterdam auch in den Ferien als Familie bezahlbar
Ein Nachteil für Wellenreiter ist jedoch, der im Frühjahr wieder auffrischende Nordost-Passat, weil er die Wellen an der Nordküste  oft zerbläst.

Nach dem langen dunklen und feuchten Winter freuten wir uns tierisch auf den Trip!
Die Vorhersagemodelle sahen eine Woche vor Abflug vielversprechend aus. Der Passat schwächelte und es sollte die ganze Zeit kleiner bis mittlerer Swell reinrollen. An der Nordküste standen somit eine Vielzahl an Spots zu Wahl.

Den ersten Surf nahm ich gleich kurz nach unserer Ankunft am frühen Nachmittag an der Nordküste im Angriff. Die "Deutsche Rechte" sah trotz des noch leicht auflandigen Windes gut aus und lief schulterhoch das Riff entlang.

Schön nach der Anreise in die erfrischenden Fluten zu stürzen. Neben mir waren 6 weitere Surfer im Wasser. Keine Hektik. Gut um sich erst einmal wieder an die Welle zu gewöhnen.

Auch die kommenden Tage verbrachte ich in Begleitung meiner Familie an der Nordküste und surfte dort abwechselnd die "Derecha" und "Hierro Left".

Am Dienstag wurde der Swell größer und sah gut für einen Surf vor der "Haustür" aus. Ich beschloss die Rechte vom Rocky Point zu surfen. In der Outside warteten die SUPler auf die großen Sets. Ich positionierte mich einige Meter weiter innen. 
Es war schwer Wellen zu bekommen. Die Spielwiese war groß, wegen der vorhandenen Strömung musste ich fast durchgehend paddeln um Position zu halten.  Sneaker Sets ließen mich im Anschluss unter unzähligen Weißwasserwänden durchtauchen.

Außerdem war meistens schon ein Stehpaddler auf der Welle oder die Welle lief nicht richtig durch, wenn sie etwas kleiner war.  Sie baute sich nur noch einmal kurz vor dem trocken liegendem Riff ziemlich sucky auf und war deswegen oft  nicht surfbar.

Trotzdem positionierte sich dort in der Inside jetzt auch noch eine Surfschule.  Wegen meiner "Surfschulallergie" Zeit für mich das Weite zu suchen.

Mittwoch war der Swell ein wenig kleiner.  Ich machte mich am Morgen auf den Weg um mir zuerst die Linke am Bajo del Medio anzusehen. Einer meiner Lieblingswellen im Ort, wenn sie läuft.
Der erste Blick auf die Welle war verheißungsvoll. Sie rollte und nur 1 weiterer Surfer war draußen, der aber als ich über das Riff ins Wasser ging seine Session beendete.
Die nächsten 2,5 Stunden genoss ich in vollen Zügen die Wärme, das klare Wasser und die sauber laufenden Wellen und freute mich einfach zu sein.

Donnerstag war der Swell zu lütt für die City-Spots und ich machte mich abermals auf den Weg an die Nordküste. Auch Freitag führte mich mein Weg dorthin.
An diesem Tag hatte "Bubbles" endlich die Größe und die Crowd, welche mich motivierten an dem Riff rauszupaddeln.
Die Welle war zwar nur Schulterhoch hatte aber immer noch ordentlich Wumms, so dass ich mich langsam herantasten musste bis ich meine erste saubere Welle erwischte. Es war wohl aufrgrund der geringen Größe nicht allzu voll im Line-Up und ich surfte noch einige schöne Righthander bis ich mich schließlich wieder auf dem Weg zu meiner Familie machte.

Am Samstag droppte der Swell nochmal ein weiteres Stück. Bei  meinem letzten Surf hoffte ich nur überhaupt noch ein wenig rutschen zu können. Ich checkte zuerst Cotillo. Dort brachen die Wellen, wie fast immer nahezu auf voller Länge closeout und außerdem war die Brandungszone mit "Allergieerregern" mehr als gut besetzt.

Es gab keine Lücke bis auf den nördlichen Strandabschnitt, der aber leider gesperrt war. Gerade als ich beim Check war,  versuchten 2 Dudes ihr Glück, wurden aber unbarmherzig von der Baywatch rausgepfiffen.

Zwangsweise stieg ich wieder in mein Auto und fuhr die Schotterpiste entlang der Nordküste auf der Suche nach einigermaßen laufenden Wellen ab. Mehr als das oben erwähnte Rutschen war leider schließlich auch nicht mehr drin.

Ausgepowert war ich noch davon lange nicht und machte mich deswegen auf dem Weg zum Local Skatepark, der im Grunde genommen nicht viel her macht. Der Park weißt aber eine schöne Miniramp vor, deren Fahrbelag leider in den letzten Jahren während meiner Verweildauer aufgerissen war.
Dieses Jahr hatte ich Glück und sie war ganz. Da  der Park gleich neben unserem Appartmentkomplex lag, war ich mindestens einmal am Tag dort, um mich auszutoben.

Nun bin ich seit einiger Zeit wieder zu Hause und darf leider nach zwei Hand OP's erstmal nicht ins Wasser.
Gerade jetzt erfahre ich, wie viel mir so ein Trip und im Allgemeinen die Zeit am Meer wert ist. Drückt mir die Daumen, dass es für mich bald wieder losgehen kann.
Wenn es soweit ist, werde ich auf jeden Fall davon berichten.
 

Hier geht es zu weiteren Impressionen.

Bild von coldwaves

Toller Bericht...

coldwaves on Di, 05/16/2017 - 07:49

...und macht Lust die Insel nach 12 Jahren mal wieder zu besuchen.
Gute Besserung Börni.
Man sieht sich im Wasser.

Bild von Tim

Sehr schön und gut zu wissen

Tim on Di, 05/16/2017 - 05:46

dass Fuerteventura nicht nur aus Cotillo besteht. Bei meinem letzten Mal waren wir aufgrund von reichhaltigem NO Wind leider viel zu oft in den Closeouts