Date: 28.03.09 -30.03.09

Spot: Däne Westcoast

Rating: 28.03. -> 1      29.03. -> 1     30.03. -> 1    31.03. -> 1

 

28.03.09 "Chagga Bang"

 

Endlich Ferien. Vorgearbeitet, damit in den freien Tagen nichts mehr liegen bleibt. Forecast schon eine Woche im voraus gecheckt. Letztendlich sollte sie ziemlich gut werden.
Kurz vor Dunkelheit kam ich ohne größere Zwischenfälle an meiner Destination an. Dort liefen bereits fette offshore Bombem rein. Drückte Daumen, dass es den nächsten Tag auch noch so sein wird. Schlafen! In der Nacht gesellte sich noch ein weiterer Bus auf dem Parker. Early morning Spotcheck mit Sunny. Noch waren die Wellen nicht so sauber, aber trotzdem schon ziemlich gut. Abwarten...

Gegen 10 Uhr zwängte ich mich in meinen noch trockenen Wetti. Die Sonne kam raus und Bomben liefen rein. Außer mir und nem "Holländer" war niemand im Wasser. Besser gehts nicht! Schöne lange Rights, die neben der Mole begannen zu brechen und ordentlich Wand bis zum Strand hatten. Alter und das Krachen der Welle, als sie neben ein zusammenbrach. Hörte sich nicht typisch nach Nordsee an. Zwischendurch wurde das Line-Up von "Henry the Seal" komplettiert. Der immer in meiner Nähe war und bei einem meiner Rides vor mir auftauchte. Es sah so aus als würde er uns zusehen und auch seinen Spaß haben. 

 

Eines der besseren Tage die ich in den letzten Jahren in Däne erleben durfte. Ich bin jetzt noch stoked von der Session. Am Nachmittag startete ich noch ein zweites Mal durch. Jetzt war ich alleine draußen und die Wellen hämmerten immer noch rein. Ich konnte es kaum glauben und hätte am liebsten, meine Erfahrung und mein Glück geteilt. Aber da war ja niemand.

Der Wind drehte um 16.00 Uhr leicht auf auflandig und sollte zum kommenden Tag weiter nachlassen. Nach letztem Forecast Check beschloss ich mich doch noch auf die Suche nach nem Spot zu machen, der für den nächsten Tag gute Wellen versprach. Kurz vor Dunkelheit kam ich dort an und konnte einen Surfer beobachten, der die letzten Wellen dieses schönen Tages shreddete. Selbst machte ich es mir bei Kerzenlicht, ner guten Flasche Wein und Knabberkram im Bus gemütlich, bis ich nicht allzuspät ins Bett ging.

Weitere Bilder vom Tag.

 

29.03.02 "Foggy Rights"

7.00 Uhr in der früh. Es war kalt im Bus. Das einzig warme war der Hund, der mich mit seiner feuchten warmen Zunge abschleckte, um mir zu zeigen, dass es Zeit für die Morgenrunde wäre. Bääh! Manchmal könnt ich ihn...!!! Blick nach draußen, um zu sehen, das nichts zu sehen war. Dichter Nebel, ließ keine 20 Meter sicht zu. Dafür immerhin kein Wind und kräftiges Grollen der Wellen. Die man aus dem Bus jedoch nicht sehen konnte. Also runter an die Waterkant. Hörte sich gut an, zu sehen war aber immer noch nicht viel außer dem Shorey. Spooky! Nichst für mich, um bei den Temperaturen, alleine in den dichten Nebel und damit ins Ungewisse herauszupaddeln. Drum wartete ich ab, frühstückte und klapperte noch ein wenig die Spots in der Nähe ab.
Als ich zurückkam standen zwei Autos am Spot. N' Däne und Patrice, die sich gerade startklar machten, um das Wasser zu entern. Nebel war auch schon n' bisschen weniger und man konnte hoffen, dass die Sonne bald durchkommen würde. Ich zog mir auch mein Ganzkörperneopren an und lief mit Brett zur Wasserkante. Von dort konnte ich die beiden anderen Surfer noch nicht sehen. Wie weit draußen wohl der Line-Up sein bzw. wie groß demzufolge die Wellen sein würden. Schließlich sah ich sie und wieder Bomben, die in steilen, tuby Sections nach Rechts liefen und donnerten wie ein Güterzug. Für mich waren diese Wellen auf meiner Backside schwer zu nehmen und ich wurde ein paar mal ganz ordentlich gewaschen. Der Däne hingegen saß supertief und machte dennoch die meisten Sections. Er meinte nur zu uns: "Grab your rail and pull in!" Patrice rippte auch was das Zeug hielt. Ich gab' mein Bestes, so dass mir nach anfänglichen Schwierigkeiten doch noch ein paar schöne, aber heavy Ritte auf sackschnellen Wellen gelangen.

Schließlich musste ich nach ca. 2 Stunden raus, da "Sunny" mit seiner Hunderunde dran war und ich auch noch vom Vortag ziemlich schlapp war.

Der Nebel verschwand im laufe des Tages immer mehr und machte Platz für die Sonne und einem schönen Frühlingstag. Die Wellen waren zwar nicht mehr ganz so gut, wie am Morgen, aber es gelang mir noch ein paar Shots von den Jungs zu machen.

 

 

Mit 'nem Stuhl und 'nem Cappochino machte ich es mir in der Sonne gemütlich und ließ meine Gedanken baumeln, gestoked mit den Wellen, mit denen die Nordsee bis jetzt aufwartete.
 

Am Nachmittag setzte ich mein Gefährt wieder in Bewegung. Checkte auf dem Weg zu meinem Ziel diverse Ortschafte und Spots, von denen an diesem Tag auch viele aus ihren Dornröschchenschlaf geweckt wurden.

Wieviel Potential die Küste Dänes, doch bei den richtigen Beingungen hat! Vor dem Zubettgehen ein letzter Blick auf die Forecast. Swell sollte abflachen und Wind gegen den Uhrzeigersinn drehen. Jedoch beides am Nachmittag des kommenden Tages wieder zunehmen.

Weitere Bilder vom Tag.

30.03.09

Trotzdem bot sich mir bei dem early morning surfcheck dieses Bild:

Kurze Zeit später kam wieder die Sonne durch und ich war im Wasser. Allein. Keine Seele weit und breit. So manches Mal auf diesen Trip hätt' ich mich doch über ein wenig Gesellschaft gefreut. Aber ich will jetzt nicht beginnen zu klagen. Wer weiß wie es vielleicht schon zu Ostern hier aussieht. Es war eine schöne Session, wieder in 1a Wellen, bei der ich wieder mit meinem kurzen Brett surfte.
Am Nachmittag legte ich eine zweite Session ein. Immer wieder eine Überwindung zur kalten Jahreszeit in den nassen Wetsuit zu steigen. Aber das könnte ja auch bald der Vergangenheit angehören. Der "Hangdryer" kommt bestimmt spätestens wieder zur kalten Jahreszeit.
Vom Gefühl her war dieser Surf mein Bester. Das Timing saß und ich erwischte eine gute Rechte nach der anderen. Überglücklich verließ ich das Wasser. Das Wetter verschlechterte sich und es begann leicht zu regnen. Um 18 Uhr Hektik auf'm Parker 6 Dänen machten sich nach ihrer Arbet startklar. Einer hatte seine Goves vergessen. Nett wie ich bin, lieh ich ihn meine Lobsters. Die kommende halbe Stunde frohr ich mir am Strand den Allerwertesten ab, damit ich doch noch ein paar Surfpics von diesem Tag machen konnte.

Anschließend war es Zeit, um bei nem warmen Grog aufzuwärmen. Zum dem Einen, kam ein Zweiter, dann ein Dritter usw., so dass ich schnell die nötige Bettschwere hatte und gut einschlief.

Weitere Bilder vom Tag.

 

31.03.09 "Auch die schönsten Tage..."

...gehen einmal zuende! Auch wenn dieser letzte Tag meines Aufenthaltes ziemlich freaky begann. Als ich nach der Nachtruhe gerade meinen Bus wieder startklar machte. Näherte sich ein verwegener Local in ortstypischer Kleidung (Overall in dunkelblau, dunkelblaue Mütze) auf seinem Fahrrad. Der Dude sah für die frühe Uhrzeit ziemlich dicht aus. Ich begab mich auf die andere Seite meines Gefährtes und hoffte, dass der Freak weiterfuhr und mir kein Gespräch aufschwatzte. Alles Hoffen half nichts und er stieg ab und blieb neben meinem Auto stehen. "Sunny" über Jedermann sehr erfreut, begrüßte ihn mit wedelnden Schwanz. Dann begann sein 15 minütiger Monolog, der seinen Höhepunkt darin fand, dass er lokaler Meister im Crocket sei und den dänischen Meister darin zwei Mal geschlagen habe. Haua, haua!!! Warum erzählen Betrunkene eigentlich immer solche Geschichten. In Hamburg, habe ich nachdem ich und ein paar Klassenkameraden uns nach langer Weile aus der Hamburger Staatsoper geschlichen haben, um uns ein Pilschen zu gönnen, in einer Kneipe den "Bruder" von "Walter Kempowski" getroffen, der mir seine privaten Brudergeschichten und Streitigkeiten aufgedrängt hat. Abgefahren! Vielleicht war es auch wirklich der Bruder und vielleicht war der Local Freak auch wirklich ein Local-Hero im Crocket. Wie dem auch sei, ich packte während seiner Ausschweifungen weiter zügig unaufhörlich den Bus, um schnellstmöglich von dem Dude wegzukommen. Wünschte schließlich aufgrund meiner höflich anerzogenen Art, einen shönen Tag und gab Vollgas! Beim Dünenparker stoppte ich für ein morgendliches Frühstück bei ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Danach der Blick über die Dünen auf die Wellen. Auch am letzten Tag schenkte mir unser "Nordsee-Huey" nochmal besten Nordseeswell.

Leider musste ich ziemlich zu Beginn meines Surfs feststellen, dass meine Lieblings-Lobster-Gloves zwischen Daumen und Zeigefinger ein beträchtliches Riss bzw. Loch aufwiesen. Soviel zum Otto-Klassiker "Dänen lügen nicht!" Nächstes Mal überlege ich mir zweimal, ob ich meine besten Handschuhe verleihe! Außerdem geht man mit Gegenständen von Anderen doch bitte mehr als vorsichtig um und behandelt sie besser als seine eigenen.

Nichtsdestotrotz folgt, nachdem ich den Ärger beiseite geschoben hatte eine weitere fette Ein-Mann-Session in schulterhohen Wellen folgte. Die Wellen waren am pumpen und wurden immer größer.

Nach zwei Stunden war ich mit meinen Kräften am Ende und verließ das Wasser.
Eigentlich sollte es das für mich gewesen sein. Später als ich einem dänischen Surfer im Wasser zusah, der mit den immer größerden Setwellen seine Probleme hatte,

entdeckte ich an meiner kleinen Lieblingsleft einen Longboarder, der seinen Spaß zu haben schien.

 

Dies bewegte mich dazu, mir doch noch ein letztes Mal mein nasskalten Neopren überzustülpen und mein Longboard das erste Mal auf diesem Trip ins Wasser zu lassen. Ein gelungener Aschluss des Trips. Einfache, relaxte Wellen. Ein paar Cross-Steps und sonst nur im Trim den Glide spühren. Das reichte mir, um mich danach mehr als zufrieden auf meine mehrstündige Heimfahrt zu begeben. Im Gedanken die perfekten Tage, die ich erlebt hatte. Noch jetzt kann ich es einfach nicht fassen, welche Wellen dort 4 Tage hintereinander reinliefen! Und, wenn ich mir so die Forecast und die Webcams ansehe, muss ich zu der Feststellung kommen, dass der 5. Tag ebensogut gewesen wäre. Aber die Story erzählt hoffentlich ein anderer....

Weitere Bilder vom Tag.

Euer Börni

 

 

Bild von coldwaves

oh man,

coldwaves on Do, 04/02/2009 - 10:45

wir müssen echt mal zusammen los.

Bild von Leif

sehr schön sehr schön........

Leif on Do, 04/02/2009 - 09:43
alter däne,sehr geiler blog sehr geile bilder,da hattest du den richtigen riecher......;)
Bild von jens

Für sowas...

jens on Mi, 04/01/2009 - 22:21

...fliegen andere um die halbe Welt. Krass abgegriffen...komm aus dem Staunen nicht mehr raus...

Ich könnte da was erzählen, aber ob ich es heute noch schaffe...Denke eher nicht,bin zu kaputt. Börni,ein toller Blog!
Bild von boerni

Danke Larson!

boerni on Mi, 04/01/2009 - 21:54

Ich denke nächstes Mal bin ich wieder derjenige der was verpasst! Gib Gas mien Jung!!!

Bild von tripmaster

Glückspilz!

tripmaster on Mi, 04/01/2009 - 16:44

aber ich gönn´s Dir.....